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Willkommen in der faszinierenden Welt
der Geschichte des Karate

pfluger

Albrecht Plüger bestand 1965 bei den japanischen Großmeistern, Kanazawa, Kase, Shirai und Enoeda,
seine Prüfung zum 1.Dan und ist heute durch seine Fachbücher und seine Lehrgänge
der wohl bekannteste Karatepionier und Karatelehrer Deutschlands

Geschichte des Karate

Karate, so wie wir es heute kennen, hat sich
unter chinesischem Einfluß im Laufe etlicher Jahrhunderte auf Okinawa entwickeit. Im
ersten Viertel unseres Jahrhunderts fand diese Kampfkunst erstmals ihren Weg nach Japan.
Ihr Ursprung liegt also keineswegs auf Okinawa. Durch den Kulturaustausch mit China kamen immer wieder Chinesen der Oberschicht nach Okinawa, die verschiedene Arten des KungFu (japanisch: Kem po) dorthin brachten. Das geschah im Laufe der Zeit fragmentarisch und ohne System.

Geschichtliche Fakten bezüglich der Entwicklung zur Kampfkunst “Karate“ beginnen mit SAKUGAWA auf Okinawa, der von 1733 bis 1815 in Shuri lebte und die Kampfkunst To-de lehrte, die er in China kennengelernt hatte. “To“ oder “Kara“ ist der japanische Rufname für China und “de“ beziehungsweise “te“ bedeutet Hand, Hände (Kampfkunst).

So ist es auch zu verstehen, daß bis in die 30er Jahre unseres Jahrhunderts “Karate“ mit folgenden Schriftzeichen geschrieben wurde:



Das erste Zeichen wird “kara“ gelesen und bedeutet China, genauer die TANG-Dynastie (628 - 907), so daß die Bedeutung dieses Schriftzeichens etwa “Kunst aus China“ ist. In Naha, dem Hauptort von Okinawa, entwickelte sich das chinesische Süd-Te und in Shuri das Nord-Te, weil in Naha die mit dem Handel beschäftigten und umgesiedelten Südchinesen lebten, während in Shuri die Kontaktpersonen der Staatsdiener der Kaiserregierung, Botschafter und höhere Krieger aus Peking ansässig waren.

Diese Kampfarten, die “To-de“ (später “Kara-te“) oder auch nur kurz “Te“ genannt wurden, entwickelten sich vor allem in den benachbarten Orten Shuri, Naha und Tomari. Je nach dem Gebiet, in dem die jeweilige Kunst betrieben wurde, nannte man sie auch“Naha-Teii“,Shuri-Te“ und “Tomari-Te“. In cliesen drei Städten bestand die Oberschicht hauptsächlich aus Kriegern, die diese aus China stammenden Kampfkünste betrieben. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wechselten die Namen für die verschiedenen Stilarten wieder: Die Künste aus der Gegend von Shuri und Tomari wurden mit dem Namen “ShorinRyu“ zusammengefaßt, während man die in Naha gelehrte Form als “ShoreiRyu“ bezeichnete.

Shorin-Ryu beinhaltete mehrere leicht unter-
schiedliche Stilarten, während ShoreiRyu (Naha-Te) in zwei Stile unterteilt wird “GojuRyu“ (das auch seinen Weg nach Japan fand) und “Uechi-Ryu“. MATSUMURA SOKON (1809 - 1898), der diese Kampfkünste auch im Ursprungsland China studiert hatte, unterrichtete vor allem ITOSU YASUTSUNE (1832-1918), aber auch ASATO YASUTSUNE und MABUNI KENWA. ITOSU steIlte kurz nach der Jahr-
hundertwende ein modernes Karate unter dem Gesichtstpunkt der Leibeserziehung (und erstmals nicht der tödlichen, oft geheim und unsystema-
tisch geübten Kampfkünste) zusammen. Er entwickelte zu diesem Zweck auch die Pinan-(später Heian-) Katas.

ASATO YASUTSUNE (1830 - 1915),
einer der anderen vorhin erwähnten Schüler MATSUMURAS, war dann der Lehrer von FUNAKOSHI GICHIN. Von ASATO lernte FUNAKOSHI aber nur die Kata “Kushanku“.
Die von ITOSU 1905 entwickelten Pinan-(Heian-)
Katas lernte er erst viel später von MABUNI KENWA.

Der Weg des Karate nach Japan und die Entstehung der vier großen japanischen Karatestilarten

FUNAKOSHI kam 1922 im Alter von 55 Jahren allein nach Japan, um Karate vorzustellen. Vorausgegangen war eine Karatevorführung auf Okinawa anläßlich des Besuchs des Kronprinzen in Naha. Daraufhin wurde FUNAKOSHI nach Japan eingeladen, wo die Kriegskünste sehr populär waren. in Tokio sollte in diesem Jahr eine große Schau der Leibeserziehung stattfinden für die Jigoro Kano KANO, der Begründer des modernen Judo, verantwortlich war.

FUNAKOSHl wollte eigentlich nach dieser Vorführung des Karate wieder nach Okinawa zurück, blieb aber dann auf vielfältigen Wunsch in Japan, um Karate zu lehren. Unterstützt von KANO legte er (dem Vorbild des Judo folgend) den Wert mehr auf die richtige innere Einstellung; den Geist, im Sinne des Do. Angeregt durch seinen Erfolg, kamen bald noch andere Karatemeister von Okinawa nach Japan, um auch dort ihre Kunst zu verbreiten.

Obwohl es für FUNAKOSHI nur ein Karate gab, war es unvermeidlich, daß die verschiedenen Karatemeister “ihr“ Karate unter bestimmten Namen einführten um ihre eigene Auffassung von Karate populär zu machen.


Der Shito-Ryu-Stil

KENWA MABUNI (1893 - 1957) hatte von ITOSU und HIGAONNA gelernt. Er machte
eine Synthese aus beiden Karaterichtungen (Shorin-Ryu und Shorei-Ryu), benützte für den Namen seines neuen Lehrstils die Initialen der beiden Meister und nannte ihn Shito-Ryo. Er unterrichtete dieses System auf Okinawa und machte auch häufige Besuche in Japan. Im Jahre 1929 kam er endgültig nach Osaka, um Karate zu unterrichten. Shito-Ryu ist heute einer der vier größten Karatestile Japans.

2funachoshi













Gichin Funakoshi (1868 - 1957)
Der Vater des modernen KARATE-DO

2mabuni















Kenwa Mabuni (1893 - 1957)

Entstehung der vier großen japanischen Stilarten

3myagi














Chojun Miyagi (1888- 1953)


Der Goju-Ryu-Stil
(wörtlich: “Hart-weich")

Von den verschiedenen japanischen Karate-
stilarten läßt GojuRyu noch am deutlichsten den chinesischen Ursprungerkennen. Von KANRYO HIGAONNA (Naha-Te) lernte CHOJUN MIYAGI (1888-1953). Beide studierten chinesisches Boxen (Shao lin Chuan und Pa Kua Chuan). MIYAGI nannte seinen Stil dann Goju-Ryu.

1929 kam er auf Einladung von GOGEN YAMAGUCHI nach Kyoto. Später ernannte er YAMAGUCHI zu seinem Nachfolger in Japan.
Unter dem Namen Goju-Ryu stellte MIYAGI
sein Karate 1930 beim Butoku-Fest im Butoku-Kan in Kyoto vor.
Goju-Ryu lehrt eine besondere Atemtechnik zur Entwicklung von Stabilität und Kraft.


Der Wado-Ryu-Stil
(Wado = der Weg des Friedens)

HlRONORI OHTSUKA begann 1922 mit dem Karatetraining bei GICHIN FUNAKOSHI
(er hat allerdings auch bei KENWA MABUNI und CHOKI MOTOBU gelernt). Vorher hatte er schon das Shindo Yoshinryu Jujutsu studiert.

In der Folgezeit entwickeIte er seinen eigenen Karatestil, indem er das Karate, das er bei FUNAKOSHI gelernt hatte, vor allem mit Ausweichbewegungen des Jujutsu kombinierte und auch sonst Bewegungen entwickeIte, die “körperfreundlicher“ waren. Die Bewegungen
sind kleiner, die Stellungen kürzer.

3yarna















Gogen Yamaguchi (1909-1989)





3ohtsuka













Hironori Ohtsuka (1892 -1982)




Der Shotokan-Stil

“Shoto“ war FUNAKOSHIS Künstlername und bedeutet “das Rauschen der Kiefernwipfel“.
Die TrainingshalIe wurde 1939 nach seinem Künstlernamen “Shotokan“ genannt und
bildete später den Namen für das Karate des FUNAKOSHI (obwohl er, wie schon erwähnt, sehr gegen diese Stilrichtungsbezeichnungen war).

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